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Zwei Liegeradler unterwegs

Über drei Inseln nach Tallinn

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Hafen von Orissaare auf der Insel Saaremaa

Bevor wir für eine Weile das Festland verließen, um uns die drei größten estnischen Inseln zu erschließen, durchquerten wir zunächst mit den Rädern den Sooma Nationalpark. Dort zeigte Chris ihr Talent beim Holzhacken, wobei sie sich strikt an die Anweisungen hielt:

Solche genialen Holzspalter hat die estnische Forstverwaltung (RMK) im ganzen Land an zahlreichen, wunderschön gelegenen Biwakplätzen aufgestellt. Fast immer fanden wir an solchen Plätzen auch eine Feuerstelle, trockenes Feuerholz (!), Tisch und Bank, Mülleimer und ein Toilettenhäuschen vor. Und das Beste daran: All das wird kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Nach über 4.000 km auf dem Festland gönnten wir uns eine Abwechslung und fuhren mit der Fähre zunächst auf die Insel Muhu.
An dieser Stelle sei gesagt, dass sich die Anzahl der estnischen Inseln nach neuesten Erkenntnissen auf 2.222 beläuft – das sind 800 (!) mehr als bislang angenommen.

Ein typisches Bild für die Inseln sind alte Windmühlen:

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Muhu bot eine kulinarische Überraschung: Es gab erstmals überhaupt im Baltikum dunkles Brot OHNE Kümmel! Wir kauften es frisch aus dem Ofen einer kleinen Bäckerei, wo man uns sagte, dass sich das Brot problemlos zwei Wochen halten würde – das konnten wir jedoch nicht überprüfen, da schon nach dem ersten Tag nur noch die Hälfte davon übrig war… 😉
Natürlich stand nicht nur Brot auf dem Speiseplan; immer wieder testeten wir auch die lokale Küche:

Von Muhu führt ein Damm nach Saaremaa, der größten Insel Estlands. Auf dem Damm kamen wir uns zum zweiten Mal vor wie in England, denn der Radweg  führte auf der linken Straßenseite entlang:

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Auf Saaremaa fuhren wir zunächst nach Orissaare. Hier steht der europäische Baum des Jahres 2015: Eine Eiche mitten auf dem örtlichen Fußballplatz! Der Baum stand ursprünglich neben einem kleinen Sportplatz; nach dessen Erweiterung war er plötzlich mittendrin. Angeblich konnten zwei von Stalins Traktoren den Baum samt Wurzeln nicht entfernen und so wird der Baum seit 1951 in jedes Fußballspiel unmittelbar einbezogen.

Nun wartete der Süden der Insel auf uns. Unterwegs passierten wir Valjala mit seiner 800 Jahre alten Kirche:

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Einen weiteren Halt machten wir am Meteoritenkraterfeld von Kaali. Vor über 4.000 Jahren ist hier ein Meteorit „gelandet“ und hat dabei insgesamt 9 Krater geformt. In einer Tourismusbroschüre für Kinder wird das so beschrieben:
„Kaali war schon ziemlich alt und die Winde des kalten Kosmos taten seinen alten Gelenken nicht gut. Als Kaali die Insel Saaremaa entdeckte, gefiel sie ihm so gut, dass er hier wohnen wollte. Unter einem verträumten See hat er sich ein gemütliches Zuhause eingerichtet und Ernst, sein Spinnen-Freund, strickt ihm einen warmen Schal, während er ihm Gesellschaft leistet.“

Schließlich erreichten wir Kuressaare, die Hauptstadt Saaremaas. Die Stadt bildete sich um eine Bischofsburg, die 1381 erstmals erwähnt wurde und ist heute ein beliebter Kurort.

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Bischofsburg von Kuressaare

Von Kuressaare ging es in den Norden der Insel, zu den Cliffs von Panga:

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Auf der Weiterfahrt bekamen wir das Herbstwetter mal so richtig zu spüren, es war kalt und regnete in Strömen. Trotz voller Regenmontur waren wir nach zwei Stunden ziemlich durchnässt und hatten Mühe, unsere Klamotten bis zum nächsten Morgen wieder zu trocknen. In klammen Jacken fuhren wir tags drauf zur Fähre nach Hiiumaa, der letzten von uns bereisten Insel.
Das Wahrzeichen dieser Insel ist der drittälteste noch in Betrieb befindliche Leuchtturm der Welt:

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Der Leuchtturm von Kõpu – seit 1531 in Diensten der Seefahrt.

Zurück auf dem Festland kamen wir an der Ruine von Schloss Ungru sowie einem verlassenen sowjetischen Militärflughafen vorbei. Beide Objekte übten trotz ihres verfallenen Zustandes einen großen Reiz auf uns aus:

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Trotz aller Faszination freuten wir uns dann, als wir in das schmucke Städtchen Haapsalu kamen.
Dort trafen wir tatsächlich um diese Jahreszeit (Ende September) noch andere Tourenradler. Alan und Wendy aus London waren mit einem Tandem unterwegs in die Richtung aus der wir kamen. Und so tauschten wir bei einem gemütlichen und sehr lustigen Abendessen unsere Erfahrungen aus.

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Der Bahnhof aus dem Jahr 1904 hat den mit 214m längsten überdachten Bahnsteig Europas – damit der Zar trockenen Fußes den Zug verlassen konnte.

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Das Kurhaus von Haapsalu

Die beiden Engländer schwärmten von einem Schlösschen, in dem man wunderbar und zu einem moderaten Preis übernachten könne. Padise lag auf unserem Weg und so machten auch wir dort Halt. Am nächsten Morgen wollten wir noch kurz die gegenüberliegende Burgruine besichtigen. Diese entpuppte sich als eine Art Abenteuerspielplatz für Große – ohne Netz und doppelten Boden, d.h. ohne irgendwelche Absicherungen – und so hielten wir uns deutlich länger auf als gedacht.

Am Tag der Deutschen Einheit war es gerade warm genug für eine der inzwischen selteneren Zeltnächte im Herbst. Und wieder einmal bescherte uns der RMK ein herrliches Plätzchen, diesmal direkt am Meer.

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Morgens waren wir schon früh auf und genossen den Sonnenaufgang in „unserer“ Bucht.

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Auf unserem weiteren Weg lag das Schloss Keila-Joa mit dem Keila-Wasserfall auf dem Parkgelände:

Und von dort aus war es nur noch ein „Katzensprung“ bis in die dritte Hauptstadt des Baltikums, Tallinn.


Einschub: Als wir unseren Reiserythmus gefunden hatten, wurde uns bald klar, dass wir es in diesem Tempo nicht vor Einbruch des Winters bis nach Skandinavien schaffen würden. Daraufhin haben wir beschlossen, uns ganz auf Polen und das Baltikum einzulassen.
Mit dem Wetter hatten wir großes Glück: Wir entgingen der Rekordhitze in Deutschland – der baltische Sommer war zum Radeln perfekt mit Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad. Auch der September zeigte sich von seiner schönen Seite, für baltische Verhältnisse ungewöhnlich mild und sonnig.
Als wir in Tallinn eintrafen, kam der Wetterumschwung: Plötzlich hatten wir Temperaturen um 0 Grad und Regen kündigte sich an. Damit stand für uns fest, dass wir jetzt das Ziel unserer Reise erreicht hatten.


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Blick über die „Unterstadt“ von Tallinn

Der Legende nach ist derjenige Herrscher über Estland, dessen Fahne auf dem „Langen Hermann“ gehisst ist. Estland ist seit 1991 unabhängig und seither weht hier die blau-schwarz-weiße Flagge:

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Der Lange Hermann ist einer der vier ursprünglichen mittelalterlichen Ecktürme des Schlosses auf dem Domberg von Tallinn.

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In der Hauptstadt liegen alt und modern nah beieinander

Mit diesen Eindrücken und einem letzten Blick vom Meer aus auf die Stadt verabschieden wir uns vom Baltikum.

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Zurück ging es per Fähre – zunächst nach Helsinki und von dort nach Travemünde. Die Heimat hat uns wieder.

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Danke, dass Ihr uns auf unserer Reise begleitet habt! 

Und wie immer kommt das Beste zum Schluss. 😉

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Salvador Picasso & Pablo Dalí

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Parkplatzeinfahrt zur Oper in Tallinn

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Estnische Verkehrswacht ;-)

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Sooo laid-back

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Für Sibil again

Amtlicher "Endstand" = 4.850 KM

„Amtlicher Endstand“ = 4.850 KM

PS: Nach Sichtung aller Bilder werden wir auf diesem Blog sicher noch das eine oder andere „Fundstück“ präsentieren.

Going LAT-EST

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Ein Beispiel für das tolle baltische Kartenmaterial

Nach unserem kurzen aber anstrengenden Zwischenstopp im trubeligen Deutschland radelten wir von Riga aus zunächst ca. 150 KM in die „falsche“ Richtung – zurück zu Pepes Paradies, um uns dort gründlich zu erholen.

Unterwegs trafen wir Klaus, der nach seinen Kamel-Abenteuern in Australien jetzt Europa per Rad erkundet.

Knapp zwei Wochen später packte uns das Reisefieber wieder und so ging es zum dritten Mal nach Riga…

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Aufwärmübungen…

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Stadtpanorama von Riga

Diesmal beherbergten uns Agnes und Karlis für drei Tage. Karlis war uns in Kuldiga begegnet und lud uns bereits da spontan zu sich ein! Durch ihn, der als Führer im Occupation Museum arbeitet, lernten wir viel über die jüngere lettische Geschichte.
Karlis sammelt ausserdem Fahrräder und stellte uns für eine Stadt-Radtour sein Hollandrad-Tandem zur Verfügung, auf dem man so gar nicht laid-back, sondern vielmehr sehr aufrecht sitzt:

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Riga ist bekannt für seine Jugenstil-Bauten – wir waren begeistert:

Riga hat jedoch nicht nur Jugenstil zu bieten:

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Das Schwarzhäupterhaus – sieht alt aus, wurde aber erst vor 12 Jahren wieder aufgebaut.

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Woran erkennt man Geburstage auf Reisen?

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Am neuen Shirt + Heidelbeer-Törtchen. ;-)

Nach so viel Stadt waren wir froh, endlich wieder in die Natur zu kommen! Und Natur satt bekamen wir dann auch im wunderschönen Gauja-Nationalpark. Unser Einstieg in den Park war die hübsche Stadt Sigulda.

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Museumsreservat von Turaida

Wer mal hierher kommen sollte: Wir können den Trail von Sigulda nach Ligatne allen Wanderern und ambitionierten Mountainbikern sehr ans Herz legen – nur keinen Tourenradlern mit viel Gepäck…

Zwei Tage haben wir uns durch dieses Abenteuer gekämpft – wir hatten aber auch viel Spass dabei!

Das Städtchen Ligatne hat uns mit seiner erlebbaren Geschichte nachhaltig beeindruckt: Die Ortschaft entstand um eine Papierfabrik, welche 1815 von Justus Storch gegründet worden war. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden in der Naehe der Fabrik Arbeitersiedlungen, ein Krankenhaus, ein Kulturhaus, Kindergarten und andere Einrichtungen.

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In einem damals einzigartigen sozialen Modell wurde den Arbeitern freie Wohnung, Heizung, Strom, Kinderbetreuung, Altersversorgung etc. gewährt.

Eine weitere Besonderheit ist der sogenannte „Kellerfelsen“, in den die Bewohner von Ligatne auf zwei „Stockwerken“ Keller eingehauen haben, die heute noch genutzt werden:

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Am rechten Bildrand sieht man die Kellereingaenge


Einschub: Vor unserer Abreise wurden wir allseits davor gewarnt, zuerst nach Polen zu fahren, denn danach hätten wir ja keine Räder mehr für die weitere Tour… – Allen Skeptikern zum Trotz: Wir haben sie immer noch! 😉
Und in Ligatne kam sogar noch was dazu – waehrend unserer Abwesenheit packte uns ein freundlicher Geist etwas Gesundes auf die Fahrraeder…

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Genau hinschauen: Auf den Packtaschen liegt je eine Tuete mit Aepfeln und Birnen!

An dieser Stelle sei gesagt: Wir haben uns in allen bisher von uns bereisten Ländern äusserst sicher gefühlt!


Von Ligatne aus ging es weiter an der malerischen Gauja entlang nach Cesis und dann Richtung estnische Grenze.

In der „Zwillingsstadt“ Valka (LAT) / Valga (EST) bewegten wir uns zwischen Lettland und Estland hin und her.

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Juhu, wir haben es nach Estland geschafft!

Kaum in Estland angekommen fühlten wir uns plötzlich wie in England, als wir „Windsor-Castle“ erblickten.

Schloss Sangaste

Schloss Sangaste

Im Schloss Sangaste lebte u.a. Friedrich Georg Magnus von Berg, der „Pionier der estnischen Landwirtschaft“.  60 Jahre lang hat er an der für die örtliche Verhältnisse angepassten Roggensorte “Sangaste” gezüchtet, die noch heute Verwendung findet.
Das Schloss selbst diente während seiner Geschichte als Hostel, als Stall für die Rote Armee, als Kornspeicher, als Lazarett für die deutsche Armee, als Kino und als sowjetisches Pionier-Camp; heute ist es ein Hotel.

Mittlerweile ist es nun doch schon etwas herbstlich geworden, was wir nicht nur an den kühleren Temperaturen, sondern auch an den sich langsam färbenden Bäumen merken:

Auf dem Weg nach Tartu kamen wir bei Helgur (WS) unter, der seine kleine gemütliche Hütte mitten im Wald mit uns teilte. Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler ist er Inhaber eines Öko-Hostels in Tartu, auf dessen Dachterrasse wir später zelten durften.

Und hier einige Eindrücke aus Tartu:

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Chris bei einer literarischen Diskussion mit den beiden „Wildes“ (Oscar Wilde & Eduard Vilde)

Nach einem Halt am grössten Binnensee Estlands, dem Võrtsjärv-See, erreichten wir das vielseitige Staedtchen Viljandi.

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Aufgrund mehrfacher Empfehlungen kamen wir am Cafe „Roheline Maja“ (= das Grüne Café) in Viljandi einfach nicht vorbei. Nach einem wunderbaren Essen überraschte uns eine Dame, Hela, als sie uns auf deutsch ansprach. Sie lud uns auf einen leckeren Kaffee ein und wir plauschten eine Weile. Dann gesellten sich ihr Bruder Enn und dessen Frau Kaari dazu, denen das Café gehört und wir bekamen gleich noch einen Kaffee – diesmal mit einer anderen Röstung. :-)

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Kaari und Enn luden uns zu sich nach Hause ein und wir verbrachten zwei tolle Tage mit ihnen und fünf ihrer sechs Kinder. Sie liehen uns sogar ihr Auto, damit wir uns ihren Geheim-Tipp, Hüpassaare im Sooma-Nationalpark, anschauen konnten. Ein Ort, an dem wir eine andere Welt betraten:

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Und hier die Highlights der letzten Wochen:

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Der Kranich von Riga

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Auszug aus den Nationalpark-Regeln – uns hat besonders Punkt 8 sehr gefallen

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Alte orthodoxe Kirche

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Himmel ueber Estland

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Felix beim Schulanfang

Die Reise geht weiter

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Wohin geht die Reise?

Eifrige Leser wissen’s vielleicht noch – für alle anderen hier zur Erinnerung: In Klaipeda (LT) waren wir eingeladen worden, den ganzen Sommer in einem Künstlerhaus zu verbringen. Ganz so lange sind wir nicht geblieben, aber am Ende war es eine gute Woche, in der wir ausgiebig die Stadt mit all ihren Skulpturen erkundet haben:

Irgendwann wollten unsere Räder aber doch wieder weiterfahren und wir mit ihnen. Von Klaipeda aus ging es – ausnahmsweise auf einem sehr gut ausgebauten Radweg – an der Küste entlang bis zur lettischen Grenze…

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Juhu – wir sind in Lettland!

Für die nächsten Kilometer radelten wir tatsächlich auf der Autobahn, die hier in Lettland (LV) jedoch eher einer deutschen Bundesstraße ähnelt, nur mit viel weniger Verkehr! 😉
Im ersten Ort hinter der Grenze wurden wir gleich freundlich von einem älteren Herrn auf Deutsch angesprochen und bekamen jede Menge Tipps für die Weiterfahrt in Lettland, denen wir später auch gefolgt sind. Nach einem längeren Baustellenabschnitt (22 km mit 15 Ampeln!) kamen wir nach Liepāja, die drittgrößte Stadt des Landes .

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Suchbild…

Hier wurden wir sehr herzlich von Mārtiņš und seiner Familie (WS) aufgenommen. Von ihm bekamen wir eine alternative Stadtrundfahrt durch den ehemaligen „Kriegshafen“ Karosta, der während der sowjetischen Besatzung eine Sperrzone und damit eine „Stadt innerhalb einer Stadt“ war.  Eine eigene Post, die größte orthodoxe Kirche in Lettland, eigene Energieversorgung und eine umfassende Infrastruktur veranschaulichen die Sonderrolle Karostas, zudem war die Versorgungslage für die Angehörigen der Sowjetischen Streitkräfte oftmals besser als für die lettische Bevölkerung Liepajas. (Quelle: Reisefuehrer und Wikipedia)

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Die Kathedrale von Karosta wurde während der Sowjetzeit als Sporthalle und als Kino genutzt…

Auf der Weiterfahrt in Richtung Norden boten sich uns immer wieder schoene Ausblicke auf das Meer:

In Pāvilosta trafen wir den ersten anderen Tourenliegeradler ueberhaupt: Henry, „the crazy frenchman“.  6.000 km hatte er bereits auf dem Tacho und war auf dem Weg nach Russland und Asien, um am Ende bis Australien zu fahren. Fuer diese Tour hatte er im vergangenen Jahr bereits 20.000 km trainiert – trotz Vollzeitjob. Seine Methode: 8 h arbeiten, 8 h radfahren und 8 h schlafen… Henry freute sich so darueber, andere Liegeradler zu treffen, dass er – um zwei Tage lang mit uns gemeinsam radeln zu koennen – kurzerhand seinen Zeitplan ueber Bord warf. Und das, obwohl er ohnehin bereits vier Tage im Rueckstand war!

Gemeinsam radelten wir zunaechst nach Kuldīga, wo es zwei „Superlative“ zu bewundern gibt: den breitesten Wasserfall Europas, ein natuerliches Wehr mit einer Laenge von 249 Metern. Daneben ist die Brücke aus dem 19. Jahrhundert mit 164 Metern die längste mit dem Auto befahrbare Backsteinbrücke Europas:

In Kuldīga liess uns leider kurzzeitig das Wetter im Stich, dafür zelebrierten wir aber ein denkwürdiges Abendessen: Mit unseren Raedern und unserem Gepäck sassen wir zusammengepfercht unter einem kleinen Blechdach auf einem privaten Grundstück mitten in der Stadt. Hier kochten wir wie die Weltmeister auf drei verschiedenen Kochern und genossen unser Mahl bis nachts um 2 Uhr:

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Am nächsten Tag fuhren wir weiterhin auf „Augenhöhe“ zu dritt nach Ventspils.

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Gemeinsam verbrachten wir einen weiteren Abend – dieses Mal mit einem grossen Lagerfeuer – bevor wir Henry tags drauf Richtung Russland ziehen liessen. Anschliessend spazierten wir durch die Stadt und liessen die „Cow Parade“ an uns vorueberziehen.

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Damit uns auf dem Rad nicht langweilig wird, wechseln wir ab und zu auch mal die Sportart:

Auf der Weiterreise machten wir Halt in Irbene, einer Geisterstadt aus Sowjetzeiten. Hier waren bis zu 2000 Wissenschaftler und Militärs stationiert, um mittels dreier grosser Radioteleskope im kalten Krieg den Westen abzuhören. Heute sind noch zwei dieser Teleskope in Betrieb und werden für wissenschaftliche Zwecke genutzt.

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Dies ist mit 32 m Durchmesser das achtgrösste Radioteleskop der Welt.

Danach fuhren wir gemächlich an der Küste von Kurland entlang bis Kap Kolka, dem nördlichsten Punkt der Halbinsel Kurland. Hier ist die Grenze zwischen der Ostsee und der Bucht von Riga.

Unterwegs trafen wir Roland aus Hagen, der fuer seine Tour ein etwas anderes Rad gewaehlt hat…

Fatbike als Reiserad - damit geht's auch durch den Sumpf

Fatbike als Reiserad – damit geht’s auch durch den Sumpf

Vom Kap aus wollten wir – weiterhin entlang der Kueste – nach Riga fahren.

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Irgendwann zeigte unser Tacho auch mal wieder eine runde Zahl an:

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Nach Riga kamen wir dann doch nicht so schnell: Bei einer kurzen Rast lernten wir Pepe und Kiki aus Muenster kennen. Pepe hat lettische Wurzeln und renoviert seit Jahren mit viel Liebe das Haus seiner Grosseltern in Lettland. Dorthin lud er uns nach einem gemeinsamen Essen kurzerhand ein. Angespornt von Bildern des Anwesens nahmen wir die 30km Umweg mit Gegenwind und Schotterpisten trotz der spaeten Stunde auf uns – und wurden dafuer mit einem kleinen Paradies belohnt.

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Essbereich im Saunahaus

Der Umbau zum Gaestehaus ist nunmehr fast abgeschlossen und ab dem kommenden Jahr kann man hier seine Ferien verbringen. Wir koennen es nur empfehlen! 😉

Nach zwei sehr erholsamen Tagen hatten wir es ploetzlich ziemlich eilig, denn wir mussten in Riga einen Flug nach Deutschland (D) erwischen. Fahrraeder und Gepaeck wurden freundlicherweise von Sanita und Silvester (WS) fuer 10 Tage in Pension genommen. Mit Rucksack und Plastiktuete als Handgepaeck bestiegen wir das Flugzeug.

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Und hier die Aufloesung unserer „Gleichung“: Nach Litauen (LT) und Lettland (LV) haben wir einen Zwischenstopp in Deutschland (D) eingelegt, weil wir auf eine Hochzeit eingeladen waren, bei der wir auf keinen Fall fehlen wollten. Hier das glueckliche Brautpaar, dem wir fuer die gemeinsame Zukunft alles erdenklich Gute wuenschen.

Chris‘ Schwester Karin und ihr Mann David

Last but not least ein bunter Bildermix der letzten Wochen:

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Auch so kann man ein Jazzfestival bewerben… (gemalt von Shepa)

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Powerfrau

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Stadt, Land, Fluss und Meer …

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Strand von Smiltyne

Rueckblende: Seit ueber drei Wochen sind wir nun schon in Litauen unterwegs, doch nicht immer ergibt sich die Gelegenheit, einen neuen Blogeintrag zu schreiben. Wir schleppen kein Notebook oder dergleichen mit und Internet Cafés gibt es kaum noch (was Wunder).

Von Druskininkai aus haben wir nacheinander drei „Hauptstaedte“ in Litauen angesteuert. Zuerst sind wir nach Trakai gefahren:

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Wasserburg Trakai

Trakai liegt nahe bei Vilnius und hier leben etliche Minderheiten wie z. B. Karäer und Tataren. Sieben Jahre lang war Alt-Trakai die Hauptstadt Litauens (von 1316-1323).

Kibinine - eine Spezialitaet der Karaeer

Kibinine – eine Spezialitaet der Karäer

Weiter ging es dann in die jetzige Hauptstadt Vilnius. Hier wurden wir sehr herzlich von Viktoras aus der Warmshowers-Gemeinschaft (nachfolgend WS) aufgenommen und sind prompt drei Tage geblieben.

Vilnius hat uns als Stadt sehr gut gefallen. Vielleicht lag es einfach am guten Wetter, vielleicht auch an den entspannten Leuten und daran, dass trotz der vielen Sehenswuerdigkeiten nur wenige Touristen unterwegs waren.

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Kathedrale und Glockenturm

Eine Besonderheit in Vilnius ist das Stadtviertel Užupis. Einige Bewohner riefen als Kunstaktion die unabhängige Republik Užupis aus, die über eine Verfassung (lesenswert), eine Flagge und einen Präsidenten verfügt.

Gaesschen im ehemaligen „Kleinen Ghetto“

Von unserem Gastgeber Viktoras bekamen wir nicht nur eine naechtliche Stadtfuehrung per Rad und Einfuehrung in litauische Kuechenspezialitaeten, sondern auch Tipps fuer unsere weitere Route.

Diese Route fuehrte uns dann weiter nach Kernave, der aeltesten bekannten Hauptstadt Litauens. Im 13. Jahrhundert war Kernave eine feudale Stadt mit fünf Wehrburgen, von denen heute nur noch Huegel uebrig sind. Doch Kernave ist schon seit vorchristlicher Zeit ein Siedlungsplatz fuer unterschiedliche Kulturen gewesen, was durch umfassende archaeologische Ausgrabungen belegt wurde.

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„Thron des Mindaugas“

Kernave hat duchaus mehr zu bieten als „nur“ Geschichte. Wir fanden hier die Galerie des Kuenstlers Henrikas Orakauskas, dessen phantasievolle Werke uns sehr gefallen haben:

Von Kernave aus ging es Richtung Kaunas. In Litauen ist das Radfahren fuer uns etwas schwieriger, da die Straßen entweder aus ueblem Schotter bestehen oder wir auf Asphalt mit mehr Verkehr fahren. Hier braucht man Insiderwissen, das uns zu diesem Zeitpunkt fehlte – nach 40 km Wellblechpiste hatten wir genug…

In Kaunas hatten wir mit Tadas einen sehr lustigen und entspannten WS-Gastgeber, von dem wir dann die Insidertipps bezueglich der Weiterfahrt (vor allem fuer vernuenftige Straßen) bekamen. In der zweitgroessten Stadt Litauens war an dem Wochenende nicht viel los, was wohl vor allem an den heißen Temperaturen lag (ja, wir hatten hier auch kurzzeitig mehr als 30 Grad…).

Ab Kaunas ging es zunaechst auf einer super Fahrradautobahn am Nemunas entlang. Dem Flussverlauf folgten wir nun bis zum Kurischen Haff. Das Wetter konnte sich zwischen Sonne und Regen nicht entscheiden und dann kam auch noch starker Gegenwind dazu, doch davon ließen wir uns die Laune nicht verderben.

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Blick vom Berg Rambynas auf den Nemunas

Am Nemunas-Delta liegt das Fischerdorf Minija, das „litauische Venedig“. Hier gibt es statt einer Strasse nur einen Kanal, die Haeuser befinden sich rechts und links davon. Statt Gondeln nimmt man das Wassertaxi, da es keine Bruecke gibt.

Am Abend vor unserer Ueberfahrt auf die Kurische Nehrung war das Wetter noch friedlich, wie man sieht. Nachts braute sich dann ein Sturm zusammen, der uns eine „unvergessliche“ Schiffsreise bescherte. Das Faehrschiff tanzte auf den Wellen, unsere Raeder bekamen eine Salzwasserdusche, wir wurden seekrank und dann fiel auch noch der Motor aus… Dass letzteres unter diesen Umstaenden „ganz normal“ ist, erfuhren wir erst im Nachhinein.
– Abenteuer pur, aber wir sind nicht gekentert!

 Von Nida aus fuhren wir auf einem tollen Radweg bei erneut sehr wechselhaftem Wetter die Nehrung entlang.

Sogenannte Kurenwimpel

Sogenannte Kurenwimpel

In Klaipeda stolperten wir per Zufall in ein grosses Kuenstlerhaus und wurden von Edvardas alias Shepa eingeladen, ruhig den ganzen Sommer hier zu verbringen… In einer ehemaligen Kunstschule sind jetzt wieder lauter Ateliers und Studios, jung und alt in einer tollen Gemeinschaft versammelt – und wir mittendrin.

 

We proudly present: das Kuriositaetenkabinett der letzten Wochen.

Vorsicht Interpunktion!

Vorsicht Interpunktion!

Wer zuerst den Hund findet, bekommt die naechste Postkarte.

Fuer Sibil ;-)

Tschüß Polen – Hallo Litauen!

Ja, wir haben es bis Litauen geschafft!

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Aber schoen der Reihe nach:

Dass wir fuer unsere Polen-Durchquerung am Ende ca. 4,5 Wochen gebraucht haben, lag nicht zuletzt an Masuren. Hier haben wir eine wunderbare Woche verbracht und waren zur Abwechslung ein bisschen auf und im Wasser unterwegs.

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Ja, wo schwimmen sie denn?

Und ein ums andere Mal fanden wir uns unverhofft in lustiger Runde wieder. So mit Pjotr und seinen Segelfreunden, die wir morgens in der einen und abends in einer anderen Bucht trafen und mit denen wir eine Nacht am Lagerfeuer verbrachten, mit Grillen, Erdbeeren mit (Basmati-)Milchreis und langen Gespraechen ueber Land und Leute. – Im Niemandsland auf einem Zeltplatz mit Pensionsanschluss wurden wir sogar zu einer „After-Wedding-Party“ eingeladen. Gruesse an dieser Stelle an Kuba und seine Freunde.

Weiter ging es durch den Nord-Osten Polens, knapp unterhalb der Grenze zur russischen Enklave Kaliningrad. Diese Route war ein toller Tipp von einer Campingplatzbekanntschaft und im weiteren Verlauf der Reise bis ueber die Grenze nach Litauen haben wir uns ausschliesslich von Tipps freundlicher Leute leiten lassen.

Die Bruecken von Stanczycki

Die Bruecken von Stanczycki

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Diesen wunderschoenen Platz haetten wir ohne Monikas tollen Tipp nie entdeckt. Danke!

Zum Abschied aus Polen haben wir noch ein grosses Feuer gemacht.

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Und dann ging es auch schon ueber die Grenze nach Litauen. Waehrend wir mit unseren paar Brocken polnisch vorher wunderbar zurecht gekommen waren, standen wir jetzt ziemlich verloren im ersten Supermarkt, als wir weder „Hallo“ noch „Danke“ sagen konnten. – Aber im Internet hatten wir leider keinen Sprachfuehrer gefunden…

Noch waehrend wir beim ersten Stopp ueber dieses Problem diskutierten, hielt ploetzlich ein Auto und wir wurden freundlich auf litauisch angesprochen. „Sorry, unfortunately we don’t speak any Lithuanian.“
– „But you speak English!“ (war die Antwort mit einem breiten Grinsen)

Was folgte waren zwei wunderbare Tage bei Birute und ihrer Familie. Wir durften unser Zelt auf dem herrlichen Grundstueck aufstellen, aßen gemeinsam mit der Familie, bekamen einen Grundkurs in litauischen Gebraeuchen, Kueche, Kultur und Sprache. Was fuer ein Empfang – vielen lieben Dank!

Wie viele Esel seht Ihr auf dem Bild? ;-)

Wie viele Esel seht Ihr auf dem Bild? ;-)

Ein bisschen Kitsch gehoert auch dazu.

Ein bisschen Kitsch gehoert auch dazu.

Weiter ging es nach Druskininkai, wo uns zeitweilig das gute Wetter verliess.

Gewitterstimmung

Gewitterstimmung

In Litauen herrscht Warnwestenpflicht fuer Radler – damit sind wir endlich auch modisch up to date.

Aber dann kam auch schon wieder die Sonne zurueck und wir konnten noch ein paar schoene Bilder machen.

Eindruecke...

Eindruecke…

Und wie ueblich noch was zum Schmunzeln zum Abschluss – Fortsetzung folgt.

Bewachter Fahrradparkplatz

Es war echt schwierig, das Maedchen genau so aufs Bild zu bekommen...

Es war echt schwierig, das Maedchen genau so aufs Bild zu bekommen…

Vorsicht Eskimos!

Vorsicht Eskimos!

 

„Fitzcarraldo“ reloaded

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Aus Wikipedia: Fitzcarraldo ist ein Film des Regisseurs Werner Herzog und war dessen vierte Zusammenarbeit mit Klaus Kinski. Dieser spielt einen Exzentriker, der im Dschungel ein Opernhaus bauen möchte und dafür einen Flussdampfer ueber einen Bergruecken zieht.

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Passend fuer unseren Besuch wurden erst im Fruehjahr 2015 die 3jaehrigen Renovierungsarbeiten am Oberlaendischen Kanal im heutigen Polen beendet!
Als Besonderheit und heutige Touristenattraktion gelten die fünf sog. Rollberge, auf denen die Schiffe zur Bewältigung des Höhenunterschieds von 99 Metern auf Schienenwagen über Land transportiert werden.

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Fast wie in der Achterbahn…

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Ready for Takeoff

Vor diesem Ereignis sind wir von Danzig aus Richtung Masuren geradelt.

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An der Weichsel bei Gniew

Im Gegensatz zu unserer Fahrt an der Ostsee entlang waren wir jetzt oefter auf Straßen unterwegs. Das ist zum Radeln wirklich herrlich, weil es meist Alleen sind, mit wenig Verkehr. Außerdem sind die Polen sehr ruecksichtsvolle Autofahrer, zumindest uns gegenueber; selbst Laster wechseln auf die Gegenfahrbahn zum Ueberholen.
In diesen Faellen zueckt man hierzulande den Zylinder:

Leider haben wir unsere Zylinder nicht dabei…

Leider haben wir unsere Zylinder nicht dabei…

Mittlerweile haben wir auch die polnische Kueche kennen gelernt. Hier ein paar Appetit-Happen:

Wurst mit Gurke, sehr lecker!

Wurst mit Gurke, sehr lecker!

Polnisches Kartoffelgericht

Polnisches Kartoffelgericht

Die Gastfreundschaft der Polen beeindruckt uns immer wieder: Ob wir vehement zu einem Fest eingeladen wurden, bei dem es sogar Frei-Essen gab oder von der Straße weg geholt wurden und Essen, Getraenke und Dusche angeboten bekamen oder ob wir eine spannende Kirchenfuehrung nur fuer uns beide bekamen – wir waren stets aufs Neue begeistert.

Die Suppe gab es geschenkt...

Die Suppe gab es geschenkt…

Unterwegs sind wir auch an vielen eindrucksvollen Bauwerken vorbeigekommen. Ordensburgen, Kirchen, Bruecken …

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Kwidzyn (Burg und Kirche)

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„Schloss“ in Gniew…

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Ordensburg in Malbork

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Großer Saal in der Ordensburg

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Elblag

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Orgel in Swieta Lipka

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… und Haeusern ohne Tueren…

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Da wir uns hier in einer Storchenregion befinden, treffen wir Meister Adebar natuerlich an jeder Ecke.

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Und zum Abschluss: Ein Kessel Buntes.

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Kreatives Zeltauskehren...

Kreatives Zeltauskehren…

Polnisch fuer Anfaenger

Polnisch fuer Anfaenger

do widzenia - Auf Wiedersehen!

do widzenia – Auf Wiedersehen!

An der Ostsee entlang bis Danzig

Wer braucht schon Palmen?

Seit zwei Wochen radeln wir entlang des Ostseekuestenradweges R10 Richtung Osten. Davor haben wir eine kreative Arbeitspause in Erlangen eingelegt, in der wir jede Menge organisatorische Dinge erledigt haben, zu denen wir in der teilweise chaotischen Zeit vor unserem Wohnungsauszug nicht mehr gekommen waren.

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Was den Radweg angeht – vielleicht haetten wir vorher die Beschreibung in unserem Radfuehrer genauer studieren sollen: „Eine Herausforderung besonderer Art (…) Ein grosser Teil sind sandige Waldwege, die stellenweise wirklich an eine Wuestensafari erinnern. (…) Auch mit dieser Liste (der Etappenpunkte) wird man den Radweg hier und da aus den Augen verlieren, aber zumindest nicht fuer immer.“ Besser koennen wir’s nicht beschreiben; unser Navi und ein GPX-Track waren goldwert, ebenso die Gelaendegaengigkeit unserer Raeder.

Fuer unsere Muehen wurden wir aber auch redlich belohnt:

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Wirklich beeindruckt sind wir von der Freundlichkeit, Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Menschen, die uns auf unserer Reise begegnen. Lustig sind natuerlich auch die Reaktionen auf unsere Fahrraeder. Die Sprueche reichen von „Cooles Bike!“ bis zu „Das habt ihr aber verkehrt zusammen gebaut…“. Oefter winken uns Leute spontan zu, eine polnische Oma am Strassenrand klatschte begeistert und rief spontan „Bravo!“ und aus einem hupend ueberholenden SUV ragte ein nach oben gestreckter Daumen aus dem Schiebedach.

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Zum Thema „Andere Laender – andere Sitten“ haben wir auch ein paar Eindruecke gesammelt:

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In kleinen Ortschaften wird die Post an einer Stelle deponiert.

Berufstaetige Kuehe duerfen nur zu bestimmten Zeiten die Strasse ueberqueren.

Berufstaetige Kuehe duerfen nur zu bestimmten Zeiten die Strasse ueberqueren.

So sehen Geburtstage auf Reisen aus:

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Unverhofft kommt zum Glueck nicht oft, aber ab und zu dann eben schon:

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Und was jetzt???

Voellig losgeloest - Bremsscheibe am Vorderrad

Die Bremsscheibe hat sich ganz von alleine selbstaendig gemacht – vielleicht wollte sie woanders hin?

Jetzt sind wir in Danzig und die Sonne lacht dazu:P1020117

Ja, Felix ist auch dabei. :-)

Ganz nebenbei haben wir auch die ersten 1000 km geschafft…

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Aufbruch!

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Wir haben es geschafft und sind endlich auf Tour.

Jobs abgewickelt, Haushalt aufgelöst, Sachen eingelagert, Fahrräder gepimpt, Ausrüstung organisiert und in die Packtaschen gestopft, Luftdruck geprüft und losgeradelt.

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Bei grauem Himmel und Nieselregen. Obwohl das Wetter vorher 10 Tage lang herrlich war.

Egal, wir sind unterwegs und das ist ein tolles Gefühl der Freiheit!

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Heidelberg

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Hirschhorn

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Wanderbahn – Bahnhof Hasbachtal

 

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