the-laid-back-travellers.com

Zwei Liegeradler unterwegs

Die Reise geht weiter

LT-LV-D=?

IMG_5453

Wohin geht die Reise?

Eifrige Leser wissen’s vielleicht noch – für alle anderen hier zur Erinnerung: In Klaipeda (LT) waren wir eingeladen worden, den ganzen Sommer in einem Künstlerhaus zu verbringen. Ganz so lange sind wir nicht geblieben, aber am Ende war es eine gute Woche, in der wir ausgiebig die Stadt mit all ihren Skulpturen erkundet haben:

Irgendwann wollten unsere Räder aber doch wieder weiterfahren und wir mit ihnen. Von Klaipeda aus ging es – ausnahmsweise auf einem sehr gut ausgebauten Radweg – an der Küste entlang bis zur lettischen Grenze…

IMG_5174

Juhu – wir sind in Lettland!

Für die nächsten Kilometer radelten wir tatsächlich auf der Autobahn, die hier in Lettland (LV) jedoch eher einer deutschen Bundesstraße ähnelt, nur mit viel weniger Verkehr! 😉
Im ersten Ort hinter der Grenze wurden wir gleich freundlich von einem älteren Herrn auf Deutsch angesprochen und bekamen jede Menge Tipps für die Weiterfahrt in Lettland, denen wir später auch gefolgt sind. Nach einem längeren Baustellenabschnitt (22 km mit 15 Ampeln!) kamen wir nach Liepāja, die drittgrößte Stadt des Landes .

IMG_5210

Suchbild…

Hier wurden wir sehr herzlich von Mārtiņš und seiner Familie (WS) aufgenommen. Von ihm bekamen wir eine alternative Stadtrundfahrt durch den ehemaligen „Kriegshafen“ Karosta, der während der sowjetischen Besatzung eine Sperrzone und damit eine „Stadt innerhalb einer Stadt“ war.  Eine eigene Post, die größte orthodoxe Kirche in Lettland, eigene Energieversorgung und eine umfassende Infrastruktur veranschaulichen die Sonderrolle Karostas, zudem war die Versorgungslage für die Angehörigen der Sowjetischen Streitkräfte oftmals besser als für die lettische Bevölkerung Liepajas. (Quelle: Reisefuehrer und Wikipedia)

IMG_5223

Die Kathedrale von Karosta wurde während der Sowjetzeit als Sporthalle und als Kino genutzt…

Auf der Weiterfahrt in Richtung Norden boten sich uns immer wieder schoene Ausblicke auf das Meer:

In Pāvilosta trafen wir den ersten anderen Tourenliegeradler ueberhaupt: Henry, „the crazy frenchman“.  6.000 km hatte er bereits auf dem Tacho und war auf dem Weg nach Russland und Asien, um am Ende bis Australien zu fahren. Fuer diese Tour hatte er im vergangenen Jahr bereits 20.000 km trainiert – trotz Vollzeitjob. Seine Methode: 8 h arbeiten, 8 h radfahren und 8 h schlafen… Henry freute sich so darueber, andere Liegeradler zu treffen, dass er – um zwei Tage lang mit uns gemeinsam radeln zu koennen – kurzerhand seinen Zeitplan ueber Bord warf. Und das, obwohl er ohnehin bereits vier Tage im Rueckstand war!

Gemeinsam radelten wir zunaechst nach Kuldīga, wo es zwei „Superlative“ zu bewundern gibt: den breitesten Wasserfall Europas, ein natuerliches Wehr mit einer Laenge von 249 Metern. Daneben ist die Brücke aus dem 19. Jahrhundert mit 164 Metern die längste mit dem Auto befahrbare Backsteinbrücke Europas:

In Kuldīga liess uns leider kurzzeitig das Wetter im Stich, dafür zelebrierten wir aber ein denkwürdiges Abendessen: Mit unseren Raedern und unserem Gepäck sassen wir zusammengepfercht unter einem kleinen Blechdach auf einem privaten Grundstück mitten in der Stadt. Hier kochten wir wie die Weltmeister auf drei verschiedenen Kochern und genossen unser Mahl bis nachts um 2 Uhr:

P1050211

Am nächsten Tag fuhren wir weiterhin auf „Augenhöhe“ zu dritt nach Ventspils.

IMG_5343

Gemeinsam verbrachten wir einen weiteren Abend – dieses Mal mit einem grossen Lagerfeuer – bevor wir Henry tags drauf Richtung Russland ziehen liessen. Anschliessend spazierten wir durch die Stadt und liessen die „Cow Parade“ an uns vorueberziehen.

IMG_5470

Damit uns auf dem Rad nicht langweilig wird, wechseln wir ab und zu auch mal die Sportart:

Auf der Weiterreise machten wir Halt in Irbene, einer Geisterstadt aus Sowjetzeiten. Hier waren bis zu 2000 Wissenschaftler und Militärs stationiert, um mittels dreier grosser Radioteleskope im kalten Krieg den Westen abzuhören. Heute sind noch zwei dieser Teleskope in Betrieb und werden für wissenschaftliche Zwecke genutzt.

IMG_5498

Dies ist mit 32 m Durchmesser das achtgrösste Radioteleskop der Welt.

Danach fuhren wir gemächlich an der Küste von Kurland entlang bis Kap Kolka, dem nördlichsten Punkt der Halbinsel Kurland. Hier ist die Grenze zwischen der Ostsee und der Bucht von Riga.

Unterwegs trafen wir Roland aus Hagen, der fuer seine Tour ein etwas anderes Rad gewaehlt hat…

Fatbike als Reiserad - damit geht's auch durch den Sumpf

Fatbike als Reiserad – damit geht’s auch durch den Sumpf

Vom Kap aus wollten wir – weiterhin entlang der Kueste – nach Riga fahren.

IMG_5564

Irgendwann zeigte unser Tacho auch mal wieder eine runde Zahl an:

P1050386

Nach Riga kamen wir dann doch nicht so schnell: Bei einer kurzen Rast lernten wir Pepe und Kiki aus Muenster kennen. Pepe hat lettische Wurzeln und renoviert seit Jahren mit viel Liebe das Haus seiner Grosseltern in Lettland. Dorthin lud er uns nach einem gemeinsamen Essen kurzerhand ein. Angespornt von Bildern des Anwesens nahmen wir die 30km Umweg mit Gegenwind und Schotterpisten trotz der spaeten Stunde auf uns – und wurden dafuer mit einem kleinen Paradies belohnt.

IMG_5621 - kopija

Essbereich im Saunahaus

Der Umbau zum Gaestehaus ist nunmehr fast abgeschlossen und ab dem kommenden Jahr kann man hier seine Ferien verbringen. Wir koennen es nur empfehlen! 😉

Nach zwei sehr erholsamen Tagen hatten wir es ploetzlich ziemlich eilig, denn wir mussten in Riga einen Flug nach Deutschland (D) erwischen. Fahrraeder und Gepaeck wurden freundlicherweise von Sanita und Silvester (WS) fuer 10 Tage in Pension genommen. Mit Rucksack und Plastiktuete als Handgepaeck bestiegen wir das Flugzeug.

P1050618

Und hier die Aufloesung unserer „Gleichung“: Nach Litauen (LT) und Lettland (LV) haben wir einen Zwischenstopp in Deutschland (D) eingelegt, weil wir auf eine Hochzeit eingeladen waren, bei der wir auf keinen Fall fehlen wollten. Hier das glueckliche Brautpaar, dem wir fuer die gemeinsame Zukunft alles erdenklich Gute wuenschen.

Chris‘ Schwester Karin und ihr Mann David

Last but not least ein bunter Bildermix der letzten Wochen:

IMG_5091

Auch so kann man ein Jazzfestival bewerben… (gemalt von Shepa)

IMG_5163

IMG_5296

Powerfrau

P1050449

4 Comments

  1. Uschi und Roland

    8. September 2015 at 16:25

    Liebe Christiane, lieber Felix,

    wie immer Danke für euren tollen Bericht. Es ist so wunderbar was ihr alles erlebt und wir finden es superschön, dass ihr uns daran teilhaben lasst. Das sind Erlebnisse, die ihr sicher nie vergessen werdet.
    Weiterhin eine Gute Fahrt mit tollen Eindrücken und Erlebnissen.

    Liebe Grüße … Uschi und Roland

  2. Sebastian Faust

    8. September 2015 at 20:44

    Hallo,
    schön mal wieder von euch beiden zu hören. Wir hatten uns schon fast Sorgen gemacht ;-). Eure Berichte und Fotos sind wirklich wahnsinnig interessant und machen Lust sich das Ganze mal vor Ort selbst anzusehen. Vielleicht solltet ihr die baltischen Tourismusbehörden um eine Umsatzbeteiligung bitten.

    Viele Grüße aus Mannheim

    Sebastian

  3. Hi ihr Zwei,
    wir sind immer so gespannt auf neue tolle Bilder und Bericht von euch. Hoffentlich gibt´s bald wieder Neues. Wir freuen uns drauf und fühlen uns, als ob wir euch begleiten dürfen. Wir finden es toll was ihr macht.
    Liebe Grüße
    Franzi & Damir

  4. +1

    … 😉

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

*

*

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.

Translate »