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Zwei Liegeradler unterwegs

Stadt, Land, Fluss und Meer …

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Strand von Smiltyne

Rueckblende: Seit ueber drei Wochen sind wir nun schon in Litauen unterwegs, doch nicht immer ergibt sich die Gelegenheit, einen neuen Blogeintrag zu schreiben. Wir schleppen kein Notebook oder dergleichen mit und Internet Cafés gibt es kaum noch (was Wunder).

Von Druskininkai aus haben wir nacheinander drei „Hauptstaedte“ in Litauen angesteuert. Zuerst sind wir nach Trakai gefahren:

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Wasserburg Trakai

Trakai liegt nahe bei Vilnius und hier leben etliche Minderheiten wie z. B. Karäer und Tataren. Sieben Jahre lang war Alt-Trakai die Hauptstadt Litauens (von 1316-1323).

Kibinine - eine Spezialitaet der Karaeer

Kibinine – eine Spezialitaet der Karäer

Weiter ging es dann in die jetzige Hauptstadt Vilnius. Hier wurden wir sehr herzlich von Viktoras aus der Warmshowers-Gemeinschaft (nachfolgend WS) aufgenommen und sind prompt drei Tage geblieben.

Vilnius hat uns als Stadt sehr gut gefallen. Vielleicht lag es einfach am guten Wetter, vielleicht auch an den entspannten Leuten und daran, dass trotz der vielen Sehenswuerdigkeiten nur wenige Touristen unterwegs waren.

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Kathedrale und Glockenturm

Eine Besonderheit in Vilnius ist das Stadtviertel Užupis. Einige Bewohner riefen als Kunstaktion die unabhängige Republik Užupis aus, die über eine Verfassung (lesenswert), eine Flagge und einen Präsidenten verfügt.

Gaesschen im ehemaligen „Kleinen Ghetto“

Von unserem Gastgeber Viktoras bekamen wir nicht nur eine naechtliche Stadtfuehrung per Rad und Einfuehrung in litauische Kuechenspezialitaeten, sondern auch Tipps fuer unsere weitere Route.

Diese Route fuehrte uns dann weiter nach Kernave, der aeltesten bekannten Hauptstadt Litauens. Im 13. Jahrhundert war Kernave eine feudale Stadt mit fünf Wehrburgen, von denen heute nur noch Huegel uebrig sind. Doch Kernave ist schon seit vorchristlicher Zeit ein Siedlungsplatz fuer unterschiedliche Kulturen gewesen, was durch umfassende archaeologische Ausgrabungen belegt wurde.

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„Thron des Mindaugas“

Kernave hat duchaus mehr zu bieten als „nur“ Geschichte. Wir fanden hier die Galerie des Kuenstlers Henrikas Orakauskas, dessen phantasievolle Werke uns sehr gefallen haben:

Von Kernave aus ging es Richtung Kaunas. In Litauen ist das Radfahren fuer uns etwas schwieriger, da die Straßen entweder aus ueblem Schotter bestehen oder wir auf Asphalt mit mehr Verkehr fahren. Hier braucht man Insiderwissen, das uns zu diesem Zeitpunkt fehlte – nach 40 km Wellblechpiste hatten wir genug…

In Kaunas hatten wir mit Tadas einen sehr lustigen und entspannten WS-Gastgeber, von dem wir dann die Insidertipps bezueglich der Weiterfahrt (vor allem fuer vernuenftige Straßen) bekamen. In der zweitgroessten Stadt Litauens war an dem Wochenende nicht viel los, was wohl vor allem an den heißen Temperaturen lag (ja, wir hatten hier auch kurzzeitig mehr als 30 Grad…).

Ab Kaunas ging es zunaechst auf einer super Fahrradautobahn am Nemunas entlang. Dem Flussverlauf folgten wir nun bis zum Kurischen Haff. Das Wetter konnte sich zwischen Sonne und Regen nicht entscheiden und dann kam auch noch starker Gegenwind dazu, doch davon ließen wir uns die Laune nicht verderben.

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Blick vom Berg Rambynas auf den Nemunas

Am Nemunas-Delta liegt das Fischerdorf Minija, das „litauische Venedig“. Hier gibt es statt einer Strasse nur einen Kanal, die Haeuser befinden sich rechts und links davon. Statt Gondeln nimmt man das Wassertaxi, da es keine Bruecke gibt.

Am Abend vor unserer Ueberfahrt auf die Kurische Nehrung war das Wetter noch friedlich, wie man sieht. Nachts braute sich dann ein Sturm zusammen, der uns eine „unvergessliche“ Schiffsreise bescherte. Das Faehrschiff tanzte auf den Wellen, unsere Raeder bekamen eine Salzwasserdusche, wir wurden seekrank und dann fiel auch noch der Motor aus… Dass letzteres unter diesen Umstaenden „ganz normal“ ist, erfuhren wir erst im Nachhinein.
– Abenteuer pur, aber wir sind nicht gekentert!

 Von Nida aus fuhren wir auf einem tollen Radweg bei erneut sehr wechselhaftem Wetter die Nehrung entlang.

Sogenannte Kurenwimpel

Sogenannte Kurenwimpel

In Klaipeda stolperten wir per Zufall in ein grosses Kuenstlerhaus und wurden von Edvardas alias Shepa eingeladen, ruhig den ganzen Sommer hier zu verbringen… In einer ehemaligen Kunstschule sind jetzt wieder lauter Ateliers und Studios, jung und alt in einer tollen Gemeinschaft versammelt – und wir mittendrin.

 

We proudly present: das Kuriositaetenkabinett der letzten Wochen.

Vorsicht Interpunktion!

Vorsicht Interpunktion!

Wer zuerst den Hund findet, bekommt die naechste Postkarte.

Fuer Sibil 😉

7 Comments

  1. Uschi Wetzel

    17. Juli 2015 at 9:33

    Oh wie wunderschön ist das denn alles!!!!! Eure Erlebnisse müsst ihr dann alle mal in einem Buch veröffentlichen. Ich beneide euch so!
    Weiterhin eine tolle Reise und ich freue mich schon auf euren nächsten Bericht.
    Seid ganz lieb gegrüßt und gedrückt,
    von eurer Uschi

  2. Katharina Rautenberg

    18. Juli 2015 at 10:59

    Ihr lieben Weltenradler,
    es sind soooo tolle Berichte und man sieht und hört richtig, wie ihr die Reise genießt. Ich freue mich riesig mit euch, dass es alles so klappt und ihr so schöne Erlebnisse habt. Liebe Grüße aus Mannheim, viel Spaß weiterhin,
    eure Katha mit besten Grüßen vom Kuddel

  3. Claudia und Axel

    19. Juli 2015 at 10:12

    Wir freuen uns, dass es euch beiden so gut geht. Tolle Bilder und Eindrücke aus einer Gegend, die wir überhaupt nicht kennen. Was uns besonders berührt ist, dass ihr immer wieder auf Menschen trefft, die gastfreundlich sind und unterstützen und weiterhelfen – und spontan Freundschaft anbieten. Wir wünschen weiterhin alles Gute und freuen uns auf die nächsten News. Liebe Grüße Claudia und Axel

  4. Wiebke Stille

    20. Juli 2015 at 8:33

    Hallo Ihr,

    ich lese mit Freude von eurer Tour und finde das ganz klasse! Drücke euch die Daumen, daß es weiterhin so gut läuft.

    LG aus Herford

  5. Stadt, Land, Fluss und Meer
    davon wollen wir noch mehr,
    denn das gefällt uns sehr!

    Auch mit Fotos von Burgen und von Schlössern
    könnt ihr euren Blog vergrössern.

    Da macht man einmal einen Halt
    und bestellt sich eine Rote Beete Suppe kalt.

    Auch Fähren fahren tun wir gern,
    rundherum fahren liegt uns fern.

    Weisse Füsse auf den Stein,
    das bringt Glück, so soll es sein!

    Zuerst noch Lachen auf dem See,
    schon bald kommt das K*tzgefühl, owee!

    Auch langes Suchen nach dem Hund,
    wir haben ihn nicht gefund‘!

    Danke für das Pinktier an der Wand,
    das ist ja wirklich allerhand.

    Unter Palmen liegen wir am Strand
    und haben am Abend das Zelt voll Sand.

    In 30 Tagen tun wir nach Korea fliegen
    und lassen Australien hinter uns liegen.

    Liebe Grüsse,
    -Sibil&Bruno.

  6. So, aber nun schreibe ich ein paar Zeilen auf die tollen Eindrücke, die ich hier wahrnehme.
    Es scheint ja wirklich eine spannende Zeit zu sein und die Reiseerlebnisse, die per Bild festgehalten wurden machen Lust gen Osten zu reisen.
    Ich wünsche weiterhin viel Glück! Tolle Begegnungen und viele, viele schöne Entdeckungen.
    Bei mir geht das Jahr in Zeitraffer vorbei. Unglaublich! Ich könnte etwas Entschleunigung vertragen! Aber geht geht es zum Segeln nach Griechenland und dort finde ich stets das Gesuchte.

    Alles Gute und bis bald!
    Herzlich
    Ralf Träg

  7. Superschön Eure Tour und danke für die 1a Fotos, im Geiste radle ich mit! Und dann find ich auch den Hund… 😉

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